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Der Fitnessratgeber

Krafttraining: Kraftmaschinen oder freie Hanteln?

Das Krafttraining an freien Hanteln ist in den letzten Jahren weitgehend in den Hintergrund getreten. In den Fitnessstudios dominieren die Geräte und Kraftmaschinen, an denen man mit geführten Bewegungen gezielt bestimmte Muskelgruppen trainieren kann. Für viele ist Krafttraining daher gleichgedeutend mit einem Training an Maschinen und Geräten. Tatsächlich hat das Training an diesen Geräten auch eine ganze Menge Vorteile, allerdings vor allem für die Betreiber der Fitnessstudios.

Geräte und Kraftmaschinen

Das Krafttraining an Geräten ist einfach, eine kurze Einweisung durch den Trainer, oder auch nur durch ein paar Zeichnungen und Beschreibungen, und schon kann man selbständig sein Training ohne weitere Anweisung oder Hilfe durchführen. Bei Beachtung der Bedienungsanleitung für jedes Gerät ist es fast unmöglich, sich zu verletzen. Für fast jeden Muskel gibt es ein spezielles Gerät, es kann also alles trainiert werden, was das Herz begehrt.

Der Vorteil für den Trainierenden ist, dass er unabhängig von Terminen und Trainern jederzeit trainieren kann, er braucht nur die Öffungszeiten des Studios zu beachten. Jeder kann für sich alleine trainieren, es wird weder Anleitung von Trainern noch Hilfestellung von Trainingspartnern benötigt. Allerdings mutiert dieser Vorteil für viele schnell zum Nachteil, denn wenn sich niemand dafür interessiert, was man macht, dann verflüchtigt sich die Motivation bei vielen sehr schnell.

Hinzu kommt, dass ein Training jedes einzelnen Muskels noch lange kein Training des gesamten Körpers ist, denn dazu ist es notwendig, das Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln mit Übungen zu trainieren, an denen jeweils mehrere Gelenke beteiligt sind.

Echte Vorteile bieten die Kraftmaschinen und Geräte vor allem für Bodybuilder, die ganz gezielt das Aussehen bestimmter Muskeln trainieren möchten. Hier sind Kraftmaschinen, mit denen sich genau der jeweilige Muskel zielgerichtet trainieren lässt, natürlich das Mittel der Wahl.

Für die Fitnessstudiobetreiber liegen die Vorteile der Krafttrainingsmaschinen auf der Hand. Wenn die Geräte mal angeschafft sind, dann können sehr viele Kunden bei geringen laufenden Kosten bedient werden. Vor allem an den teuren Personalkosten kann gespart werden. Ein Trainer, der nur in die Benutzung der Geräte einweist, braucht keine besondere Ausbildung, und er kann sehr viele Kunden bedienen, denn der Aufwand je Kunde ist gering. Und Kunden, die die Motivation verlieren und nicht mehr kommen, sind auch nicht unbedingt nachteilig, schließlich haben sie sich für gewöhnlich für längere Zeiträume verpflichtet.

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Freihanteltraining

Das Training an der freien Langhantel erscheint im Vergleich mit dem Gerätetraining deutlich aufwendiger. Es muss zunächst erlernt werden, dazu braucht man einen qualifizierten Trainer, der heutzutage garnicht so einfach zu finden ist. Viele Übungen erfordern zudem dauerhaft die Anwesenheit einer zweiten Person, eines Trainingspartners, damit Unfälle sicher ausgeschlossen werden können. Dafür wird nur wenig Material benötigt, eine Langhantel und einige Hantelscheiben lassen sich für sehr viele Übungen verwenden. Mit wenigen Übungen lassen sich zudem viele Muskeln trainieren, was den Zeitaufwand für das Training minimiert.

Hanteltraining und Verletzungsanfälligkeit

Häufig wird argumentiert, dass das Training an Geräten unter gesundheitlichen Aspekten vorzuziehen sei, da die Verletzungsgefahr hier geringer sei. Dieses Argument ist sicher richtig, wenn man von der Nichtverfügbarkeit qualifizierter Anleitung für das Langhanteltraining ausgeht. Unter qualifizierter Anleitung, mit korrekter Technik und unter Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen (Trainingspartner) ist ein Training an der freien Langhantel jedoch nicht gefährlicher. Wichtiger ist jedoch, dass der Vergleich nur solange gilt, wie man die Betrachtung auf die Trainingssituation beschränkt.

An Geräten werden ausschließlich einzelne Muskeln trainiert, nicht jedoch das Zusammenspiel dieser Muskeln, wie es im Alltag und in vielen Sportarten benötigt wird. Mit der freien Hantel trainiert man automatisch das Zusammenspiel, die Koordination der verschiedensten Muskeln, auch der tiefliegenden Stabilisatoren, mit. Das verringert die Verletzungsgefahr im Alltag ganz erheblich. Das Training an der freien Hantel ergibt also eher eine Kraft, die alltagstauglich, die anwendbar ist. Dieser Aspekt ist vor allem im gesundheitsorientierten Krafttraining wichtig, und vor allem dort wird er für gewöhnlich vernachlässigt.

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Insgesamt haben beide Trainingsmethoden, freie Hanteln und Gerätetraining, ihre Vor- und ihre Nachteile. Wenn der finanzielle Aufwand möglichst gering gehalten werden soll, wenn eine zeitliche Unabhängigkeit gewünscht wird und natürlich wenn es weniger um anwendbare Kraft, sondern mehr um optische Effekte geht, dann ist ein gezieltes Gerätetraining sicher vorzuziehen.

Wenn dagegen die Steigerung der im Alltag oder in anderen Sportarten benötigten Kraft im Vordergrund steht oder die Verbesserung der Körperbeherrschung mit dem Ziel der allgemeinen Verletzungsprophylaxe, dann ist Training an der freien Langhantel definitiv besser geeignet, diese Ziele zu erreichen. Dabei muss nur bedacht werden, dass man hier nicht einfach drauflostrainieren kann, man braucht einen qualifizierten Trainer und etwas Zeit, um die richtige Hanteltechnik zu erlernen. Aus Sicherheitsgründen sollte man auch nicht alleine trainieren, sondern immer mit Trainingspartner. Auch wenn dies vielleicht organisatorisch schwieriger ist, so hat es langfristig doch auch Vorteile für die Motivation, zu zweit oder zu mehreren ist es einfacher, auf Dauer durchzuhalten und immer wieder ins Training zu gehen als wenn man als Einzelkämpfer unterwegs ist.

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