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Der Fitnessratgeber

Doping im Freizeitsport

Im Leistungssport ist die Tatsache, dass gedopt wird, inzwischen unumstritten. Es wird vor allem als Fairnessproblem gesehen, weil der gedopte Athlet eben die bessere Leistung erbringen kann. Im Freizeit- und Fitnesssport, in dem zumindest eigentlich nicht die Leistung, sondern die Gesundheit im Vordergrund stehen sollte, wird auch gedopt, allerdings resultiert eine andere Problematik. Wo keine Wettkämpfe bestritten werden, fällt das Fairnessproblem weg. Dafür treten Überlegungen zur individuellen Gesundheit des Sportlers, die ja letzten Endes auch ein gesellschaftliches Problem ist, in den Vordergrund.

Fitnesstraining, Gesundheit und Doping

Eigentlich ist es absurd. Es ist unumstritten, dass Doping die Gesundheit zumindest nicht fördert. Und trotzdem findet es statt, bevorzugt in den "Tempeln" des Gesundheitssports, in den Fitnessstudios. Doping im Fitness- und Freizeitsport zeigt auf, dass es in Wirklichkeit nicht um die Gesundheit geht, sondern eben auch wieder um Leistung. Der größte Muskelaufbau, der radikalste Fettabbau, die optimale sportliche Figur, das sind die Leistungen, um die es geht. Gegenüber diesen Zielen tritt die Gesundheit, die durch den athletischen Körper eigentlich repräsentiert werden soll, in den Hintergrund.

Dabei wäre es Unsinn, dem einzelnen dopenden Freizeitsportler die alleinige Verantwortung für sein Tun zuzusprechen. Zu sehr ist unsere Gesellschaft vom Leistungsmotiv durchdrungen, zu sehr wird Leistung zum Wert an sich, in allen Lebensbereichen, auch in der Freizeit, auch in der Gesundheitsförderung. Wenn selbst Lebensbereiche wie Wellness und Entspannung vom Leistungsmotiv dominiert werden, dann verwundert es nicht, dass der Sport davon nicht ausgenommen ist.

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Risiken des Dopens im Freizeitsport

Auch wenn es anders erscheint, Freizeit- und Fitnesssportler haben ein höheres Risiko, durch Doping zu Schaden zu kommen als Leistungssportler. Zwar können sie anders als Leistungssportler nicht durch die Dopingkontrolle erwischt werden, aber das wichtigere Risiko, die Gesundheitsgefährdung, ist höher.

Leistungssportler werden im Allgemeinen engmasching medizinisch überwacht. Wenn sie dopen, dann doch aller Wahrscheinlichkeit nach mit Wissen ihrer Betreuer und vor allem auch ihrer Ärzte. Dadurch können Gesundheitsgefährdungen zwar nicht ausgeschlossen werden, aber es ist zumindest davon auszugehen, dass keine überflüssigen Präparate eingenommen werden, dass sinnvolle Dosierungen verwendet werden, dass keine verunreinigten Präparate verwendet werden, dass falsche Dosierungen, Unverträglichkeiten, unerwartete Neben- und Wechselwirkungen früh erkannt werden.

Demgegenüber ist der Freizeitsportler auf seine Intuition angewiesen. Wenn er nicht gerade zufällig selbst Mediziner sein sollte, dann sucht er seine Dopingsubstanz oft nach dem Prinzip Versuch und Irrtum aus, dosiert nach Faustregeln, ohne die Wirkung überprüfen zu können, und ist in der Beschaffung auf mehr oder weniger dubiose Quellen angewiesen, so dass er die Qualität der verwendeten Präparate nicht überprüfen kann.

Die Betreuung des dopenden Freizeitsportlers erfolgt im Allgemeinen nicht durch Mediziner mit Fachkenntnissen, sondern durch Verkäufer, die ein wirtschaftliches Interesse daran haben, möglichst viele von genau den Substanzen zu verkaufen, die sie mehr oder weniger zufällig gerade im Angebot haben. Ärztliche Untersuchungen finden in diesem Umfeld natürlich nicht statt.

Der Freizeitsportler steht mit seinem Dopingproblem also im Grunde ziemlich alleine da. Da ist es kein Wunder, dass viele Rat in Internetforen suchen, wo Sie aber meistens auch nur von anderen Fitness- und Freizeitsportlern beraten werden, die ihre Tipps auch nur vom Hörensagen kennen. Die eigentliche Lektion, die der Fitnesssportler dort lernen kann, ist die, dass die anderen es auch tun. Die Versuchung, mehr und andere Mittel auszuprobieren, steigt dadurch natürlich noch weiter an.

Doping als Versuchung

Meistens fängt es ganz harmlos an. Der Fitnesssportler ist mit der Entwicklung seiner Leistung unzufrieden, er ist ungeduldig, er möchte seine Erfolge jetzt sehen und nicht erst in ein paar Jahren. Die erste Stufe der versuchten Einflussnahme besteht meistens in Nahrungsergänzungsmitteln. Vitamine, Eiweiß, Kreatin und andere legale Substanzen werden geschluckt, oft in wenig durchdachten Dosierungen und Kombinationen. Da die Wirkung meistens gering ist oder auch ganz ausbleibt, bleibt die Unzufriedenheit des Sportlers erhalten.

Schon in diesem Stadium kann es, oft unwissentlich, zu tatsächlichem Doping kommen. Denn viele Präparate stammen aus undurchsichtigen Quellen, Studien haben eine häufige Verunreinigung mit nicht legalen Substanzen festgestellt. Wenn das Nahrungsergänzungsmittel also tatsächlich eine Wirkung zeigt, so kann das daran liegen, dass Substanzen enthalten sind, die nicht auf dem Etikett stehen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Nahrungsergänzung nur dann leistungssteigernd wirkt, wenn ein tatsächlich vorhandener Mangel damit ausgeglichen wird.

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In den meisten Fällen wird die Nahrungsergänzung die Unzufriedenheit des Trainierenden nicht beseitigen können. Jetzt kommt es darauf an, in welcher Situation er sich befindet und wie er seine Möglichkeiten bewertet. Ein geschickter Verkäufer mit guter Beobachtungsgabe wird den richtigen Zeitpunkt abpassen, um ihm "völlig harmlose", aber hochwirksame Versprechungen zu machen. Aber auch das Vorbild anderer Athleten, die scheinbar eine bessere Trainingswirkung erzielen, kann die Versuchung erhöhen.

Im Grunde ist es egal, ob die gerade eingenommenen Mittel Wirkung zeigen oder nicht, ob es sich um Nahrungsergänzung, Doping oder Medikamentenmissbrauch handelt, der Wunsch nach mehr wird bleiben. Denn jedes Mittel beinhaltet das Versprechen, mehr Erfolge sehen zu können als dem eigenen Trainingsaufwand entsprechen. Das ist verlockend, denn viele Ziele lassen sich entweder nur mit jahrelangem Training oder ohne Nachhilfe auch einfach garnicht erreichen. Ein gut durchtrainierter Körper ist nicht in sechs Wochen zu formen, und der Körper eines erfolgreichen Bodybuilders ist ohne Nachhilfe überhaupt nicht zu erreichen. Wer trotzdem solche Ziele verfolgt, ist anfällig für die Versuchungen des Dopings und des Medikamentenmissbrauchs.

Gesundheitliche Folgen des Dopings

Welche Neben- und unerwünschten Wirkungen das Doping zeigt, hängt natürlich von den verwendeten Substanzen, den Dosierungen und der Dauer der Anwendung ab. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit gravierender gesundheitlicher Einschränkungen bis hin zum Tod. Aber auch Komplikationen wie die Gynäkomastie (Entwicklung einer weiblichen Brust bei Männern) oder die allgemeine Vermännlichung von Frauen sind für gewöhnlich nicht beabsichtigt und ziehen Folgen auch für die psychische Gesundheit der Betroffenen nach sich.

Insgesamt zeigt die bislang noch zuwenig beachtete Problematik des Dopings im Freizeit- und Fitnesssport, dass es selbst dort, wo Gesundheit dransteht, oft nicht wirklich um Gesundheit, sondern um Leistung geht. Zu dieser Leistung fühlt sich nicht jeder imstande und gerät dann in die Versuchung, nachzuhelfen. Besser wäre eine Reflexion zu der Frage, ob wirklich in allen Lebensbereichen die maximale Leistung erbracht werden muss oder ob es nicht vielleicht auch die Möglichkeit gibt, einfach Sport zu machen, weil es Spaß macht.

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