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Der Fitnessratgeber

Herzmuskelentzündung durch Erkältung und Sport

Wenn es einen mal gepackt hat, dann lässt man sich ungerne aus dem Rhythmus bringen. Jedenfalls nicht von so einer kleinen Erkältung, die ja fast nicht der Rede wert ist. Tatsächlich trainieren viele trotzdem, auch wenn sie erkältet sind oder andere leichtere Infektionen oder Erkrankungen haben.

Es ist anstrengender, aber mit ein paar Durchhalteparolen kann man es trotzdem schaffen. Das fühlt sich irgendwie besser an, als sich von so einer kleinen Infektion aufs Sofa zwingen zu lassen. Man will sich ja auch nicht dem Verdacht aussetzen, man würde nur nach Ausreden suchen, weshalb man nicht trainieren kann. Und schließlich ist da auch noch der Trainingsplan, das Trainingsziel.

Es ist definitiv keine gute Idee, mit einem Infekt zu trainieren. Aus mindestens drei Gründen.

Zum einen braucht der Körper alle Energien zur Bekämpfung der Krankheitserreger. Durch die Trainingsbelastung wird das Immunsystem von der Arbeit abgehalten, die Erreger können sich eine Zeit lang ungehindert weitervermehren. Man wird kränker statt gesund. Dadurch dauert die Krankheit natürlich auch länger, nimmt einen schwereren Verlauf, als wenn man sich mal ausruht, das Immunsystem seine Arbeit machen lässt. Das Training kann dazu führen, dass aus einer kleinen Erkältung eine Grippe mit längerer Bettlägerigkeit wird. Das muss nicht sein.

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Der zweite Punkt ist, dass der durch Krankheit und Immunabwehr beschäftigte Körper keine Reserven mehr für die Superkompensation übrig hat. Es findet keine Leistungsverbesserung statt, das Training ist nutzlos, trotz ausgeprägter Quälerei.

Der dritte Punkt ist der wichtigste. Es geht nicht nur um sinnvolles Training oder nutzlose Quälerei, es kann auch um alles, um das Leben gehen.

Jede Infektion kann grundsätzlich auch den Herzmuskel mit betreffen, kann eine Herzmuskelentzündung auslösen. Das passiert sehr selten. Wenn aber durch die Trainingsbelastung das Immunsystem weniger arbeitet und gleichzeitig das Blut schneller gepumpt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Viren oder Bakterien am Herzen festsetzen und dort eine Herzmuskelentzündung auslösen.

Eine Herzmuskelentzündung oder Myokarditis zeigt sich durch unspezifische Symptome, wird also nicht immer korrekt diagnostiziert. Sie kann aber zu bleibenden Schäden am Herzen führen. Und sie kann den plötzlichen Herztod auslösen. Das Risiko, das dies passiert, ist während der Trainingsbelastung höher als in Ruhe.

Es ist schon vorgekommen, dass Leute im Wald, auf dem Fußballplatz oder sonstwo einfach umgefallen sind. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr klein, aber der mögliche Schaden ist maximal.

Die Schlussfolgerung ist ganz einfach: Niemals mit einem Infekt trainieren, immer erst auskurieren.

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