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Der Fitnessratgeber

Sporternährung

Auch wenn der Begriff oft so verwendet wird, ist Sporternährung kein Synonym für Nahrungsergänzungsmittel, sondern Sporternährung ist eine Ernährungsform, die dazu dient, die Leistungsfähigkeit des Sportlers zu optimieren. Je nach Sportart, sportlichen Zielen und Eigenschaften der Person des Sportlers, wie zum Beispiel dem Alter, sind unterschiedliche Nährstoffzusammensetzungen der Nahrung optimal. In jedem Fall ist das Ziel einer Ernährung, die Training und Wettkampf optimal unterstützt und das Maximum der natürlichen Leistungsfähigkeit des Sportlers möglich macht, mit ganz normalen Lebensmitteln zu erreichen. Nahrungsergänzung ist überflüssig, beziehungsweise ein Ausdruck von Bequemlichkeit.

Training und Sporternährung

Auch wenn heute oft ein anderer Eindruck erweckt wird, ist immer noch das Training der entscheidende Faktor, der über die Entwicklung der sportlichen Leistungsfähigkeit entscheidet. Die Ernährung kann unterstützend wirken, aber sie kann niemals das Training ersetzen oder wichtiger als das Training werden.

Natürlich ist die Leistungsfähigkeit auch von der Ernährung abhängig. Wenn man im Extremfall überhaupt nichts mehr isst, dann sinkt die Leistungsfähigkeit natürlich ab, unabhängig davon, ob oder wie man trainiert. Ausgehend von diesem Extrembeispiel könnte man sagen, dass ohne Ernährung überhaupt nichts geht, ihr Einfluss also 100% beträgt.

Auf der anderen Seite wird wohl kein Sportler sein Training auf Dauer ohne zu essen absolvieren. Das Beispiel ist also praktisch nicht relevant. Ausnahmen können bei Erkrankungen wie der Magersucht vorkommen, wo das Training aber auch anderen Zwecken dient als der Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit.

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In der Praxis des Freizeit- oder Fitnesssportlers ist jede gesunde, ausgewogene Ernährung, wie sie auch für Nichtsportler empfohlen wird, ausreichend. Der limitierende Faktor ist hier das Training, nicht die Ernährung. Verbesserungen bei der Ernährung führen hier nur dann zu Verbesserungen der sportlichen Leistungsfähigkeit, wenn die Ernährung vorher außergewöhnlich schlecht war, zum Beispiel nur aus Süßigkeiten und Chips bestand.

Anders sieht es im Hochleistungssport aus. Hier kann die Ernährung den Unterschied machen, zum Beispiel die Dauer der Regeneration verkürzen, so dass öfter oder intensiver trainiert werden kann. Dem Fitnesssportler würde diese verbesserte Regeneration im Allgemeinen ohnehin nichts nützen, da er garkeine Zeit hat, um noch öfter zu trainieren. Auch dem Hochleistungssportler nützt die verbesserte Ernährung nicht direkt, sondern nur indirekt, indem sie ein intensiveres oder häufigeres Training ermöglicht. Die Quelle der Leistungsverbesserung ist auch hier das Training, nicht die Ernährung.

Eiweiß

Auch das heute vielbeschworene Eiweiß, ohne das vor allem im Fitnesstraining und im Bodybuilding angeblich überhaupt nichts mehr geht, ist tatsächlich in ganz normalen Lebensmitteln enthalten. Viele dieser Lebensmittel werden ohnehin in sehr großen Mengen verzehrt, so dass die Eiweißversorgung vieler Menschen schon besser als optimal ist. Wer glaubt, nicht genug Eiweiß zu bekommen, kann das problemlos ändern, indem er zum Beispiel hier und da eine Quarkspeise oder ein Extrastück Fleisch isst. Das ist lecker und viel billiger als Eiweißpulver.

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Ein Grund für die inflationäre Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln anstelle gesunder Ernährung ist die einfache Tatsache, dass viele nicht kochen können und nicht wissen, wie eine gesunde Ernährung aussieht. Eine Ernährungsberatung bei einer qualifizierten Diätassistentin oder einfach der Besuch eines Kochkurses sind Investitionen, die sich sehr schnell bezahlt machen, wenn man sie mit den Kosten für die Pulver und andere Nahrungsergänzungen vergleicht. Und im Ergebnis verbessert sich nicht nur die Ernährung, sondern auch die Lebensqualität. Essen hat, auch für Sportler, viel mit Genuss zu tun.

Nahrungsergänzung und Doping

Ein Grund, warum der Sporternährung in vielen Fällen mehr Aufmerksamkeit als dem Training geschenkt wird, liegt im Wunsch nach dem mühelosen Erfolg. Leistungsverbesserung durch Training geht langsam, oft ist es ein jahrelanger Prozess, in dem es in kleinen, nach und nach auch noch immer kleiner werdenden Schritten immer weiter nach oben geht. So lange möchten viele nicht warten.

Auch wenn längst nicht jeder Ungeduldige den Verlockungen des Dopings und der unerlaubten Substanzen erliegt, so geht das Versprechen der Nahrungsergänzungsmittel doch in die gleiche Richtung. Erfolg ohne Anstrengung, oder zumindest größerer Erfolg bei gleicher Anstrengung.

Bei genauerer Betrachtung haben weder Doping- noch Nahrungsergänzungsmittel diese Wirkung. Sie ermöglichen nur, mehr zu trainieren, also mehr Anstrengung, die dann zum Erfolg führen kann. Diese Wirkung setzt aber in der Regel erst dann ein, wenn die unergänzte Anstrengung bereits an ihre Grenzen gestoßen ist, also nach Jahren effizienten, zeitraubenden Trainings. Und dann hat eine gesunde, ausgewogene Ernährung, eben eine Sporternährung, auch noch den gleichen Effekt, sie schmeckt nur besser.

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