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Der Fitnessratgeber

Koffein als Fatburner

Fatburner sind Substanzen, die die Fettverbrennung steigern oder auch erst ermöglichen sollen. Viele dieser Substanzen sind körpereigen, dienen also der ganz natürlichen Regulation der Fettverbrennung zur Energiebereitstellung. Wer abnehmen, den Körperfettgehalt senken oder auch effektiver, mit mehr Energie trainieren möchte, strebt oft nach einer Steigerung der Fettverbrennung. Dies soll durch Fatburner, die mit der Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, möglich sein.

Grundsätzlich ist Fettverbrennung ein ganz normaler Vorgang, der im Körper ständig passiert. Fette sind neben den Kohlenhydraten die wichtigste Energiequelle des Körpers, sie werden für alle Arten von Muskelarbeit gebraucht. Ob die Fette aus der Nahrung oder aus dem Körperfett stammen, ist zunächst mal egal. Nur wenn man abnehmen oder den Körperfettgehalt reduzieren möchte, dann sollte die Fettverbrennung größer sein als der ebenfalls ständig stattfindende Fettaufbau. Nur im letzten Fall spricht man von Fettabbau. Fettverbrennung hat also noch nicht unbedingt mit dem Abnehmen zu tun. Fettverbrennung dient erstmal nur der Energiebereitstellung. Diese Energie muss verbraucht werden, um einen Fettabbau zu erzielen. Ohne Sport oder andere körperliche Arbeit geht es also nicht. Die mühelose Fettverbrennung durch die Einnahme eines Fatburners, ohne weitere Anstrengung, ist ein unerfüllbarer Wunsch.

Als Fatburner werden eine ganze Reihe von Substanzen diskutiert, viele davon sind nicht legal. Der Effekt dieser vielfach nebenwirkungsreichen Mittel ist zudem auch noch in vielen Fällen zweifelhaft. Da ist es besser, es mit einem legalen, nebenwirkungsarmen Mittel wie dem Koffein zu versuchen.

Koffein in Kaffee und anderen Getränken

Die einfachste Methode, Koffein zu sich zu nehmen geht über den Konsum von Kaffee oder schwarzem oder grünem Tee, auch Kakao, Matetee oder Cola enthalten Koffein. Als Zusatzstoff ist es zudem in zahlreichen Modegetränken und auch in einigen Medikamenten wie zum Beispiel Schmerzmitteln enthalten.

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Koffein ist aber auch pur als Pulver erhältlich, diese Darreichungsform wird häufig von Bodybuildern bevorzugt. Man kann davon ausgehen, dass die Wirkung von reinem Koffein nicht ganz identisch mit der von Kaffee, Tee oder Kakao sein wird, denn diese Naturprodukte enthalten eine Vielzahl wirksamer Substanzen, nicht nur Koffein. Zum Beispiel liegt das Koffein im Tee so gebunden vor, dass seine Wirkung zeitversetzt eintritt, dafür aber länger erhalten bleibt. Bei Kaffee tritt die Wirkung etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde nach dem Trinken ein, bei Koffeinpulver scheint es ähnlich zu sein.

Koffein als leistungssteigerndes Mittel

Koffein stand bis 2003 auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees. Heute ist es Teil des Überwachungsprogramms, das heißt, die Einnahme wird nicht sanktioniert, bei Kontrollen wird aber ein Koffeinwert erhoben, um das Ausmaß des Gebrauchs der Substanz bei den Athleten festzustellen. Offiziell handelt es sich zur Zeit also nicht um ein leistungssteigerndes Mittel, auch wenn die Frage, ob es denn nun leistungssteigernd wirkt, noch nicht abschließend beantwortet ist.

Wirkungsweise des Koffeins

Koffein regt das zentrale Nervensystem an, fördert also Denkleistungen, Konzentration und Gedächtnisleistungen. Dadurch werden Lernleistungen verbessert. Die verbesserte Konzentration kann durchaus auch in manchen Sportarten zu Vorteilen führen, zum Beispiel im Bodybuilding, wo unter Koffeineinfluss unter Umständen kurzfristig höhere Gewichte bewältigt werden können.

Koffein steigert die Herzfrequenz, die Pumpleistung des Herzens und unter Umständen auch den Blutdruck. Die Atmung wird beschleunigt und die peripheren Blutgefäße werden erweitert. Die Veränderung dieser Parameter kann zu einer Beschleunigung des Stoffwechsels führen, also zu einer Erhöhung des Energieverbrauchs. Wenn Koffein überhaupt direkt als Fatburner wirksam werden kann, dann wahrscheinlich über diese Wirkungsweise. Auch kann sich diese Wirkungsweise positiv auf Ausdauerleistungen auswirken, auch wenn die Koffeinwirkung nicht lange anhält.

Koffein fördert die Lipolyse, also die Freisetzung von Fettsäuren aus Depotfett. Das ist noch keine Fettverbrennung, sondern schafft nur die Voraussetzung dafür. Die im Blut zirkulierenden freien Fettsäuren müssen dann erst noch verbrannt werden, zum Beispiel durch körperliche Anstrengung wie Sport. Da Koffein auch die Glykogenolyse, also die Freisetzung von Glukose aus Glykogen fördert, führt es nicht zwingend zu einem höheren Anteil der Fettverbrennung am Energieverbrauch. Und ob die bereitstehende Energie dann auch verbrannt werden kann, hängt unter anderem vom Trainingszustand ab. In Ruhe wird es wohl eher nicht zu einem erhöhten Energieverbrauch kommen. Die Lipolyse kann auch rückgängig gemacht werden, die freien Fettsäuren also wieder ins Depotfett eingebaut werden, wenn sie nicht verbrannt wurden. Koffein ohne Sport ist also als Fatburner wirkungslos, zumindest in üblichen Dosierungen.

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Koffein hat also Vorteile, vor allem wenn es um die Förderung geistiger Leistungen geht. Ob auch eine Verbesserung sportlicher Leistungen durch Koffein erzielt werden kann, ist weiter zweifelhaft. Die Wirkung als Fatburner ist ebenfalls gering, nur in hoher Dosierung sind merkbare Effekte zu beobachten. Diese sind dann allerdings nicht mehr nebenwirkungsfrei. Es kann zu Herzrhythmusstörungen, zu Muskelzittern und Unruhe, zu Schlaflosigkeit und ähnlichen Symptomen kommen. Vor allem für Menschen mit einer Vorschädigung des Herzens ist die Anwendung hoher Koffeindosen also nicht zu empfehlen, für alle anderen wird es zumindest unangenehm, bei geringem Effekt. Niedrige Koffeindosen erhöhen die Wachheit, was sicherlich günstig für die Motivation zu sportlicher Leistung ist, aber noch nicht zwingend die Fettverbrennung oder die sportliche Leistung verbessert.

In jedem Fall kann wohl nicht davon ausgegangen werden, dass das Koffein die Fettverbrennung ohne sportliche Betätigung nennenswert steigert. Unter Umständen kann von einem vermehrten Energieverbrauch beim Training ausgegangen werden, der sich dann auch in verbesserter Leistung niederschlagen kann. Ob das wirklich so ist, hängt von der Sportart ab und ist weiterhin umstritten. Fakt ist jedenfalls, dass ohne Sport wohl keine Wirkung erzielt werden kann, mit Sport ohne Koffein aber sehr wohl. Ob die zusätzliche Einnahme dann tatsächlich wirksam ist, bleibt fraglich. In jedem Fall wird es auch den meisten Sportlern nicht schaden, gelegentlich oder auch regelmäßig die eine oder andere Tasse Kaffee oder Tee zu trinken. Die meisten Menschen brauchen bei üblicher Dosierung nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Im Gegenteil werden heute positive Auswirkungen des Kaffeekonsums auf die Gesundheit diskutiert. Wer Kaffee nicht verträgt, sollte sich auch nicht von einer möglichen Fatburner-Wirkung zum Kaffeekonsum verleiten lassen.

Es kann auch weiterhin nützlich sein, vor dem Training eine Tasse Kaffee zu trinken, um mit verbesserter Konzentration ans Werk zu gehen und damit effektiver zu trainieren. Allerdings wird es nicht gelingen, den Körperfettgehalt oder das Körpergewicht nur durch Kaffeekonsum zu reduzieren, die Anstrengung im Training ist unverzichtbar. Mühelos Fett verbrennen, einfach durch die Einnahme eines Fatburners, das funktioniert jedenfalls mit Koffein nicht. Ebenfalls berücksichtigen sollte man, dass Kaffee nur schwarz kalorienfrei ist, wird er mit Zucker oder Milch getrunken, enthält er mehr Kalorien als durch die fettverbrennende Wirkung zusätzlich verbraucht werden können.

Gewöhnung an Koffein

Die Wirkung des Koffeins ist am stärksten, wenn man es nur selten zu sich nimmt. Der Körper gewöhnt sich schnell an Koffein, so dass regelmäßige Kaffeetrinker nicht mit einer Verbesserung der Fettverbrennung oder der sportlichen Leistungsfähigkeit rechnen können. Wer also Koffein als Fatburner testen möchte, sollte kein regelmäßiger Kaffeetrinker sein. Koffeinentzug nach regelmäßigem Konsum kann zu Kopfschmerzen führen, die aber nach kurzer Zeit wieder aufhören. Koffein ist kein Suchtmittel wie Alkohol oder ähnliches.

Sofern es so etwas wie Fatburner tatsächlich gibt, kann das Koffein sicherlich dazu gezählt werden. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein, dass es mehr als die Möglichkeit, beim Training etwas mehr Energie zu verbrauchen, nicht zu gewinnen gibt.

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