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Vibrationstraining - ein paar Anmerkungen

Wer gerne sportlich aussehen möchte, aber die Anstrengung scheut, zieht häufig Vibrationstraining in die engere Wahl der Möglichkeiten. Das Versprechen ist einfach. Man stellt, setzt oder legt sich auf die vibrierende Platte und wartet auf den Trainingserfolg, der sich ganz von alleine nach erstaunlich kurzer Zeit einstellen soll. Muskelaufbau, Hautstraffung, Reduzierung von Cellulite, Bodystyling, Verbesserung von Gleichgewicht und Koordination, alles soll möglich sein. Ohne Mühe und ohne Anstrengung. Soweit die Hoffnungen und Versprechungen.

Die Realität ist ein wenig komplexer. Es gibt ein paar sehr sinnvolle Anwendungen für Vibrationstraining, aber ein Allheilmittel ist es nicht, und ohne Anstrengung geht es auch hier nicht ab. Hinzu kommt, dass Nebenwirkungen möglich sind und nicht jeder Vibrationstraining machen sollte.

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Was ist Vibrationstraining?

Vibrationstraining wird auf Vibrationsplatten durchgeführt. Diese vibrierenden Platten werden durch einen Motor in hochfrequente Schwingungen versetzt. Möglich sind im Allgemeinen zwischen 5 und 30, manchmal bis zu 50 Hertz, also Schwingungen pro Sekunde. Dadurch wird der Körper in entsprechende Schwingungen versetzt. Die Muskulatur versucht unwillkürlich, diesen Bewegungen entgegenzuwirken, wodurch sie trainiert wird.

Die Muskulatur wird unwillkürlich und sehr schnell hintereinander immer wieder stark angespannt, um die Vibrationen auszugleichen. Das ist nicht mühelos, sondern im Gegenteil sehr anstrengend. Durch diese Anstrengung kommt es auch tatsächlich zu einem Trainingserfolg. Die Muskulatur wird gestärkt, es kommt zu einem Muskelaufbau.

Im Allgemeinen wird mehr oder weniger die gesamte Muskulatur des Körpers im Rhythmus der Schwingungen angespannt und entspannt. Auch die tiefen Muskeln, die einer willkürlichen Kontrolle gar nicht zugänglich sind, die aber für Körperspannung und Körperbeherrschung sehr wichtig sind, werden auf diese Weise trainiert. Mehr oder weniger sämtliche Muskeln gleichzeitig zu trainieren bedeutet eine sehr hohe Belastung, weshalb man auf Vibrationsplatten nur sehr kurze Trainingszeiten braucht, um einen Trainingseffekt zu erzielen. Wer nur wenig Zeit investieren möchte, kann mit einem Vibrationstraining durchaus gut bedient sein. Normalerweise hat man nach 10 Minuten bereits ein Ganzkörpertraining absolviert.

Positive Wirkungen

Kraft- oder Muskeltraining hat allgemein eine Menge positive Wirkungen, die weit über verbesserte Körperkraft und besseres Aussehen hinausgehen. Vor allem das Training der tiefen Muskulatur dient nicht nur einer verbesserten Körperbeherrschung, sondern auch der Vorbeugung vor Rückenproblemen und in vielen Fällen auch deren Behandlung.

Da der Körper auf die sehr schnellen Vibrationen reagieren muss, lernt er diese schnellen Reaktionen. Das ist zum Beispiel bei der Vermeidung von Stürzen sehr wichtig, weshalb Vibrationstraining umso nützlicher wird, je älter man wird.

Allgemein sind starke Muskeln ein Indikator für Gesundheit. Je älter man wird, umso wichtiger wird das Training der Muskulatur. Vibrationstraining ist eine Möglichkeit, dieses Training durchzuführen, aber nicht die einzige, und in vielen Fällen auch nicht die beste. Die beste Wirkung erzielt man, wenn man das Vibrationstraining zusätzlich zum konventionellen Training anwendet.

Je nach Frequenz der angewendeten Vibrationen kann das Training auch entspannend und lockernd wirken. Verspannungen der Muskulatur lassen sich so lösen.

Mögliche Nebenwirkungen

Auch wenn das Training meistens ohne negative Folgen abläuft, so sind doch eine Reihe von unangenehmen Komplikationen möglich. Durch die Vibrationen können Nieren- oder Gallensteine in Bewegung gesetzt werden, es kann zu Hornhautablösungen am Auge und auch sonst zu Schäden an Körperstrukturen kommen. Vor allem Anfänger sollten die Intensität des Trainings ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit anpassen, sich also von einem ausgebildeten Trainer begleiten lassen. Die Muskulatur muss stark genug sein, um den jeweils erzeugten Schwingungen standhalten zu können. Kopf und Bauch sollten niemals direkt auf die vibrierende Platte gelegt werden, da Schäden am Gehirn und an inneren Organen möglich sind. Wer unter Osteoporose leidet, kann je nach angewendetem Schwingungsmuster der Vibrationsplatte für eine Verbesserung oder Verschlechterung der Beschwerden sorgen. Es ist wichtig, sich vorher zu informieren, es kann Schaden entstehen.

Eine häufige Nebenwirkung ist Muskelkater. Das passiert auch gut trainierten Sportlern, die Belastung bei dieser Art Training ist auch für sie ungewohnt, spricht sonst unbeachtete Muskeln an.

Wer sollte Vibrationsplatten meiden

Wer komplett untrainiert ist, sollte sich von Vibrationsplatten erstmal fernhalten. Die zu schwache Muskulatur kann den Schwingungen nicht entgegenhalten, so dass der Kopf und das Gehirn, die Augen, die inneren Organe und die Knorpel und Knochen unter Umständen geschädigt werden können. Nach einem erfolgreichen Einstieg in ein konventionelles Training ist ein Training auf Vibrationsplatten möglich und sinnvoll, als Einstieg ist es nicht so ohne weiteres geeignet.

Schwangere sollten kein Vibrationstraining machen. In keinem Stadium der Schwangerschaft.

Mit Gallen- oder Nierensteinen, mit Bluthochdruck, Arthrose oder einfach, wenn man krank ist, sollte man nicht auf der Vibrationsplatte trainieren. Aber auch nach Operationen am Herzen und einer Reihe weiterer Erkrankungen und Risikofaktoren sollte man die Geräte meiden. Im Zweifel gilt immer, zuerst den Arzt zu befragen, denn es gibt auch sinnvolle Anwendungen, die Rehabilitation und Heilung unterstützen können. Es kommt unter Umständen auch auf die Trainingsart an.

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Vibrationstraining in der Rehabilitation

Das Vibrationstraining hat sich vor allem in der Rehabilitation nach Sportverletzungen oder allgemein nach Verletzungen des Bewegungsapparates bewährt. Es ermöglicht, nach der Verletzung schneller wieder ins Training einzusteigen und damit einen weiteren Abbau der Fitness und Muskulatur zu vermeiden.

Vibrationstraining kann nach Verletzungen schmerzlindernd wirken. Da auch das Gegenteil eintreten kann, sollte man die Anwendung nicht auf eigene Faust unternehmen, sondern einen Arzt oder Physiotherapeuten um Rat fragen. Es kann nach Verletzungen oder bei Beschwerden am Bewegungsapparat, wie Rückenschmerzen, durch Aufbau einer stärkeren Muskulatur zur Heilung und Linderung beitragen. Es wirkt oft auch Muskelverspannungen entgegen. Der Arzt oder Physiotherapeut kann Auskunft darüber geben, ob die Anwendung des Vibrationstrainings im eigenen, speziellen Fall sinnvoll oder schädlich ist.

Vibrationstraining zum Muskelaufbau

Die am meisten verbreitete Anwendung der Vibrationsplatten dient dem Muskelaufbau. Es ist tatsächlich möglich, durch ein Vibrationstraining Muskulatur aufzubauen. Allerdings werden die besten Erfolge erzielt, wenn das Vibrationstraining als Ergänzung zu einem herkömmlichen Training eingesetzt wird.

Die Wirkung des Vibrationstrainings ist dann am besten, wenn man sich nicht einfach passiv durchrütteln lässt, sondern wenn man auf der Platte Übungen zum Training der jeweils im Fokus stehenden Muskelgruppe macht. Am besten lässt man sich zunächst von einem guten Trainer einweisen, später kann man dann alleine üben und auch improvisieren.

Vibrationstraining zum Abnehmen

Die hochfrequenten Schwingungen trainieren sehr viele, vielleicht alle Muskeln des Körpers. Je mehr starke Muskeln man hat, umso höher ist der Energieverbrauch. Es ist also nicht ganz falsch, wenn die Platten als Mittel zum Abnehmen beworben werden. Allerdings gilt weiterhin, wer mehr isst als er verbraucht, nimmt zu, nicht ab.

Ein konsequent durchgeführtes Muskelaufbautraining, das auch ein Vibrationstraining beinhalten kann, ist ein gutes Mittel, um den Energieverbrauch zu erhöhen, was es einfacher macht, weniger zu essen, als man verbraucht. Zusätzlich lassen gut trainierte Muskeln den Körper schlanker erscheinen.

Vibrationsplatten

Ihren Einstand feierten die Vibrationsplatten in den Fitnessstudios, nur für die waren sie aufgrund ihres hohen Preises rentabel. Heute gibt es auch relativ günstige Geräte für Freizeitsportler, die man zuhause aufstellen kann. Allerdings gilt immer noch, dass Qualität ihren Preis hat. Vibrationsplatten gehören nicht zu den günstigsten Fitnessgeräten, man sollte sich also überlegen, ob man so etwas wirklich braucht und tatsächlich benutzt. Es kann eine gute Idee sein, zunächst mal im Fitnessstudio ein wirklich gutes Gerät auszuprobieren. Zum einen, um festzustellen, ob man diese Art Training überhaupt mag, und zum anderen, um danach die für zu Hause infrage kommenden Geräte besser beurteilen zu können.

Auch bei den Geräten für den nicht-professionellen Einsatz gibt es erhebliche Preisunterschiede, die durch verschiedene Faktoren bedingt sind.

Grundsätzlich unterscheidet man einfache Vibrationsplatten, die nur aus der Platte selbst bestehen, von den komplexeren Geräten, die mit einer Säule zum Festhalten ausgerüstet sind. Letzere haben meistens die stärkeren Motoren und mehr Variationsmöglichkeiten bei der Art der ausgeführten Vibrationen und natürlich bei den Übungsmöglichkeiten. Anfänger sind meistens mit den einfacheren Geräten gut bedient, während besser Trainierte die robusteren, leistungsfähigeren Geräte mit Säule bevorzugen werden.

Je schwerer das Gerät ist, umso stärkere Vibrationen kann es auch erzeugen, ohne zu wandern. Ein hohes Gewicht ist also zu bevorzugen, erlaubt eine größere Motorleistung. Die wiederum für ein effizientes Training notwendig ist.

Einfache Einsteigergeräte erzeugen meistens nur Vibrationen in einer Richtung, von oben nach unten und wieder zurück, also vertikal. Damit kann man nicht alle Muskeln trainieren. Solche Geräte lassen sich kostengünstig gebraucht erstehen, weil die meisten Leute sie nach einiger Zeit wieder loswerden möchten.

Gute Geräte erzeugen Vibrationen in mehreren Richtungen, zum einen vertikal, zum anderen von rechts nach links und von vorne nach hinten, bewegen sich also dreidimensional. Hinzu kommen seitenalternierende oder oszillierende Vibrationen, die von der Wahrnehmung her eher als ein Wippen empfunden werden.

Bei guten Geräten ist sowohl die Frequenz der Vibrationen als auch deren Amplitude in möglichst kleinen Schritten einstellbar. Zusätzlich gibt es vorprogrammierte, einstellbare Trainingsprogramme, was gerade für Anfänger sinnvoll sein kann, lässt sich damit doch die Selbstüberschätzung vermeiden.

Bevor man kauft, sollte man im Fitnessstudio zumindest mal ein Probetraining gemacht haben, denn Vibrationstraining ist schon anders als anderes Training und damit nicht für jeden etwas. Hinzu kommt, dass es als einzige Trainingsmethode nur für wenige Anwendungsfälle sinnvoll ist, während es in den meisten Fällen als Ergänzung des herkömmlichen Trainings gute Erfolge bringt.

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