Abnehmen-Sport-Fitness.de

Der Fitnessratgeber

Radfahren im Alltag

Radfahren ist eine schöne Sportart, die aber leider sehr zeitintensiv ist, wenn man einen merkbaren Trainingseffekt erzielen möchte. Da nur relativ wenige Muskeln an der Radfahrbewegung beteiligt sind, sind Trainingszeiten notwendig, die schnell doppelt so lange dauern wie zum Beispiel beim Laufen.

Regelmäßige Trainingseinheiten von zwei oder sogar vier Stunden Dauer lassen sich vor allem für Berufstätige kaum mit dem Alltag vereinbaren. Es sei denn, man integriert das Training, oder zumindest einen Teil des Trainings, in diesen Alltag, indem man möglichst viele alltägliche Wege mit dem Rad zurücklegt. Auch wenn zum Beispiel der Weg zur Arbeit mit dem Rad meistens länger dauert als mit dem Auto, so relativiert sich der Zeitaufwand doch wieder, wenn man bedenkt, dass man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat.

Fitnesstraining auf dem Weg zur Arbeit

Wer trotz Zeitmangel nicht auf das Radfahren verzichten und eine weniger zeitintensive Sportart wählen möchte, der kann und sollte die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Training mit dem Arbeitsweg zu verbinden. Auch wenn es sicherlich für die wenigsten empfehlenswert sein wird, verschwitzt und in Sportkleidung auf der Arbeit zu erscheinen, so kann man doch zum Beispiel den Weg hin zur Arbeit in gemäßigtem Tempo zurücklegen und auf dem Rückweg dann, unter Umständen auch mit einem Umweg, schneller und "trainingsmäßiger" unterwegs sein. Man sollte auch den Trainingseffekt nicht unterschätzen, der sich auf die Dauer einstellt, wenn man wirklich regelmäßig an fünf Tagen in der Woche Rad fährt, auch wenn es nur eine relativ kurze Strecke in relativ langsamem Tempo ist. Alleine mit dem Arbeitsweg lässt sich die Fitness beträchtlich verbessern.

Anzeige:

Christoph Brumme:

111 Gründe, das Radfahren zu lieben

Vom Rausch der Geschwindigkeit, dem Geheimnis der Langsamkeit und dem Wissen, dass das Glück zwei Räder hat

Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf : 272 Seiten

Einfach kaufen bei

Material und Kompromisse

Je nach Länge des Arbeitsweges kann man also sein Fitnesstraining vollständig auf dem Rad, und vollständig auf dem Weg zur und von der Arbeit absolvieren, eventuell eben, indem man Umwege einbaut. Umgekehrt kann man auch, falls der Arbeitsweg zu weit sein sollte, Teile der Strecke mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen und nur den letzten Teil mit dem Rad fahren. Die Ausrede, es wäre zu weit, oder eben nicht weit genug, zählt also nicht wirklich.

In jedem Fall lebt das Fitnesstraining auf dem Arbeitsweg von der Regelmäßigkeit. Um diese zu gewährleisten, sollte man sich gut vorbereiten, damit man wirklich bei jedem Wetter und unter allen Umständen mit dem Rad unterwegs sein kann. Wer nur bei wirklich schönem Wetter das Rad aus dem Keller holt, der sollte sich für sein Fitnesstraining eine andere Sportart überlegen.

So ist es in den meisten Fällen sinnvoll, schon bei der Auswahl des Rades an den Anwendungszweck zu denken. In der Stadt, morgens oder abends bei Dunkelheit, im Berufsverkehr und unter sonstigen Widrigkeiten sollte man ein Rad fahren, das vollständig nach der Straßenverkehrsordnung ausgerüstet ist, mit Licht, Rückstrahlern, Klingel und allem, was dazu gehört. Der Ehrgeiz, unbedingt ein Rennrad oder Mountainbike fahren zu wollen, ist zwar verständlich, aber in der Situation nicht wirklich angebracht.

Ebenfalls sinnvoll ist es, bei der Kleidung nicht nur an die Zweckmäßigkeit zu denken, sondern auch an Signalfarben. Bei moderner Radkleidung fällt das nicht schwer. Vor der Anschaffung sollte man sich überlegen, ob man lieber in Radkleidung fahren und sich auf der Arbeit zuerst umziehen möchte oder ob man für schlechtes Wetter Überziehkleidung bevorzugt, die über der normalen Arbeitskleidung getragen wird.

Wenn man es wirklich ernst meint mit dem täglichen Radfahren, dann werden auch im Laufe der Zeit noch andere Anschaffungen anstehen, zum Beispiel kann man mit Spikes auch auf Schnee und sogar Glatteis noch ganz gut Rad fahren, während die meisten anderen Verkehrsteilnehmer weitgehend passen müssen.

Anzeige:

Arbeitsweg und Trainingsplan

Wenn man ansonsten keine Gelegenheit für Fitnesstraining hat, dann ist die Nutzung des Arbeitsweges für das Training eine sinnvolle Angelegenheit. Für Trainingsanfänger ist es in jedem Fall erstmal eine gute Sache, regelmäßig die Strecke zur Arbeit und wieder nach Hause auf dem Rad zurückzulegen. Je nach Länge des Arbeitsweges kommt aber früher oder später der Zeitpunkt, an dem alleine mit dem Arbeitsweg kein Leistungsfortschritt mehr zu erzielen sein wird. An der Stelle muss man sich überlegen, ob man mit dem Erreichten zufrieden ist oder ob man zum Beispiel den Rückweg für ein abwechslungsreicheres und längeres Training nutzt. Eine andere Alternative, die sich auch sowieso anbietet, ist, an den Wochenenden längere Touren einzuplanen.

Die auf dem Arbeitsweg erworbene Fitness reicht meistens aus, um auch mal längere Touren fahren zu können, ohne sich vorher speziell vorbereiten zu müssen. Wer zum Beispiel gerne an RTFs (Radtourenfahrten externer Link) teilnehmen möchte, braucht, wenn er auf ein regelmäßiges Arbeitsweg-Training zurückblicken kann, zumindest für die kürzeren Strecken keine weitere Vorbereitung.

Und ganz unabhängig von Fitness-Überlegungen tut es einfach gut, wenn zwischen hektischem Arbeitstag und geruhsamem Feierabend etwas sportliche Betätigung liegt, das erleichtert das Abschalten und verhindert, dass man Stress und Ärger aus der Arbeit mit nach Hause nimmt. Es ist also in jedem Fall eine gute Idee, den Arbeitsweg mit dem Rad zurückzulegen, statt sich im Stau zu ärgern, kann man auf dem Rad dem Ärger davonfahren.

Anzeige: