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Der Fitnessratgeber

Entspannungstrainer und Entspannungspädagoge

Stress ist allgegenwärtig. Viele Menschen suchen einen Ausgleich und belegen Entspannungskurse. Diese dienen der Gesundheitsförderung und Prävention und sind durchaus auch im Fitness- und Wellnessumfeld gut aufgehoben. Es ist also auch für Fitnesstrainer und Angehörige verwandter Berufe sinnvoll, sich zum Entspannungstrainer oder Entspannungspädagogen weiterzubilden, um entsprechende Kurse anbieten zu können. Die Nachfrage ist in jedem Fall vorhanden und eine qualifizierte Ausbildung macht sich natürlich in der Qualität der angebotenen Kurse bemerkbar.

Eine Ausbildung zum Entspannungstrainer oder Entspannungspädagogen ist keine vollwertige Berufsausbildung, aber sie qualifiziert zur Durchführung entsprechender Kurse. Je nach bereits vorhandener Qualifikation und je nachdem, welche Zusatzausbildung gewählt wird, kann der Kursleiter eine Anerkennung durch die Krankenkassen bekommen. Diese berechtigt die Teilnehmer der Kurse dann zur Beantragung von Zuschüssen zu den Teilnahmegebühren. Zu den jeweiligen Bedingungen sollte man sich vor Aufnahme der Ausbildung informieren, denn es hängt oft vom Einzelfall ab, ob man diese Anerkennung nun bekommt oder nicht.

Ausbildungsinhalte

Die Begriffe Entspannungstrainer, Entspannungspädagoge, Entspannungstherapeut oder auch andere, von den jeweiligen Ausbildungsinstituten kreierten Bezeichnungen sind nicht gesetzlich geschützt. Jeder darf sich so nennen. Jeder darf entsprechende Kurse durchführen. Das stellt sowohl für potentielle Kursteilnehmer als auch für seriöse Kursanbieter ein Problem dar. Viele Institute bieten Zertifizierungen an, die aber bei genauerer Betrachtung oft auch nicht mehr bedeuten als dass der jeweilige Zertifizierte seine Zusatzausbildung in eben jenem Institut absolviert hat.

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Da es keine objektiven Kriterien gibt, an denen man die Qualität einer Ausbildung, oder eines Ausbildungsinstitutes messen kann, bleibt die Möglichkeit zur Krankenkassenanerkennung als Auswahlkriterium, auch wenn vielleicht nicht jeder mit den dort genannten Anforderungen konform geht. Daneben sollten natürlich die Ausbildungsinhalte und die Qualifikation der Ausbildungsanbieter mit berücksichtigt werden.

Da die Bezeichnungen Entspannungstrainer und Entspannungspädagoge nicht geschützt sind, gibt es auch keine feststehenden Ausbildungsrichtlinien. Vor Aufnahme der Ausbildung sollte man sich also überlegen, was man überhaupt lernen möchte und inwieweit die ins Auge gefassten Ausbildungsinstitute diese Inhalte anbieten. Es ist nicht überall gleich. Es ist nicht zielführend, nur über den Preis, oder nur über die räumliche Nähe zu entscheiden. Dagegen ist es sehr sinnvoll, genau hinzugucken, sich nicht von blumigen Worten blenden zu lassen. Ein teures Angebot ist nicht automatisch besser als ein preisgünstiges, das Preis-Leistungsverhältnis ist wichtiger. Viele zusätzliche Extras, die man nicht braucht, verteuern einen Ausbildungskurs unter Umständen erheblich, während ein kurzer, prägnanter Kurs, der genau das bietet, was man lernen möchte, besser geeignet und dann auch noch kostengünstiger ist. Suchen und Vergleichen hilft.

Ausbildungsinhalte Entspannungstrainer

Entspannungstrainer leiten Entspannungsübungen an. Inhalt der Ausbildung ist meistens ein Überblick und eine Einführung in unterschiedliche Entspannungsverfahren, wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Atemübungen, Fantasiereisen, Multimodale Stressbewältigung, Klangschalenmassage und andere esoterische Verfahren, Hypnotische Entspannung und viele mehr. Es lohnt sich, sich vorher über die jeweils angebotenen Verfahren zu informieren und so eine individuell passende Auswahl zu treffen. In der Ausbildung sollte darüber informiert werden, welche Eigenschaften die unterschiedlichen Verfahren haben, und unter welchen Bedingungen welchen Verfahren der Vorzug zu geben ist.

Daneben sollte die Ausbildung natürlich Informationen darüber bereitstellen, was Entspannung überhaupt ist, also welche physiologischen und psychologischen Prozesse zugrundeliegen. Auch Fragen rund um die Bedingungen, unter denen Entspannung gelingen kann, oder auch eher nicht gelingen kann, sollten Ausbildungsinhalt sein, ebenso wie Bedingungen, unter denen von Entspannungsübungen abgesehen werden sollte.

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Eine gute Ausbildung beschränkt sich nicht auf theoretische Inhalte, sondern gibt auch Gelegenheit zum Üben, also zum konkreten Anleiten von Gruppen unter Supervision. Auch wenn man im Sport- oder Fitnessbereich tätig ist, ist es sehr sinnvoll, wenn man seine Ausbildung zum Entspannungstrainer externer Link unter psychologischer Anleitung absolviert.

Ausbildungsinhalte Entspannungspädagoge oder Entspannungstherapeut

Entspannungspädagogen leiten ebenso wie Entspannungstrainer Entspannungsübungen an. Sie gehen aber üblicherweise darüber hinaus, indem sie die Teilnehmer dazu anleiten, ihre Übungen nach Kursende selbständig weiterzuführen. Da dies Voraussetzung für eine Förderung durch die Krankenkassen ist, und diese bevorzugt die Entspannungsverfahren Progressive Muskelrelaxation, Multimodale Stressbewältigung und Autogenes Training fördern, beziehen sich Ausbildungen zum Entspannungspädagogen meistens auf diese Entspannungsverfahren. Zwingend ist das aber nicht. Es kann ausreichen, eins dieser Verfahren zu beherrschen, oder sich, je nach Vorliebe und eigener Überzeugung, auf diese oder andere Verfahren zu spezialisieren.

Wer ausschließlich an der Durchführung von Kursen in einem einzelnen Entspannungsverfahren interessiert ist, sollte auch die kürzere Ausbildung zum Kursleiter Autogenes Training oder Kursleiter Progressive Muskelentspannung in Erwägung ziehen.

Allgemein kann man sagen, dass die Ausbildung zum Entspannungspädagogen weniger breit angelegt ist, also meistens eine kleinere Zahl an Entspannungsverfahren umfasst, dafür aber deutlich weiter in die Tiefe geht, also mehr theoretische Grundlagen bereitstellt, mehr auf mögliche Schwierigkeiten und Hindernisse eingeht, die behandelten Entspannungsverfahren und mögliche auftretende Situationen gründlicher behandelt.

Die Krankenkassen erkennen meistens eine Kursleiterausbildung in Progressiver Muskelrelaxation, in Autogenem Training oder in Multimodaler Stressbewältigung an, wenn diese jeweils mindestens 32 Unterrichtseinheiten umfassen. Ausbildungen zum Entspannungspädagogen befähigen meistens zur Durchführung von Kursen in zwei der genannten Entspannungsverfahren und zur Durchführung von Einzeltrainings, auch unter erschwerten Bedingungen.

Ausbildungsinhalt sind nicht nur die Entspannungsverfahren, sondern auch der Umgang mit Stress. Dies wird manchmal auch unter der Bezeichnung Stressbewältigungstrainer gehandelt.

Nach einer guten Ausbildung zum Entspannungspädagogen sollte man mit einem didaktischen Konzept für einen Entspannungskurs in der gewählten Entspannungsmethode nach Hause gehen, so dass man dann sofort Kurse anbieten kann, die den Anforderungen der Krankenkassen genügen. Die Ausbildung zum Entspannungspädagogen externer Link beinhaltet eine Menge psychologische Grundlagen, sollte also unter psychologischer Anleitung durchgeführt werden.

Voraussetzungen

Es gibt keine formalen Voraussetzungen für eine (Zusatz-)Ausbildung im Bereich Entspannung. Es ist allerdings sehr sinnvoll, wenn man die Entspannungsverfahren, die zu vermitteln man lernen möchte, bereits selbst beherrscht. Auch wenn es Kursangebote gibt, in denen man sowohl die Anwendung der Entspannungsverfahren, als auch ihre Vermittlung in Kursen gleichzeitig lernen kann, so ist es doch besser, die eigene Anwendung bereits vorher zu beherrschen. Denn zum einen braucht es Zeit, bis man ein Entspannungsverfahren zielführend anwenden kann, und zum anderen sind Menschen verschieden, sprechen also auch unterschiedlich auf die diversen Verfahren an. Herauszufinden, welches Verfahren für einen selbst das richtige ist, ist sinnvoll, braucht aber auch Zeit. Es wäre absurd, würde man sich mit diesen Lernprozessen Stress machen.

Wer die Krankenkassenanerkennung anstrebt, sollte sich vor Ausbildungsbeginn erkundigen, ob der jeweils angestrebte Lehrgang diesem Ziel tatsächlich dient. Zusätzlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man zwar ohne irgendwelche formalen Voraussetzungen an den Kursen und Ausbildungen teilnehmen kann, dass man aber die Anerkennung der Krankenkassen im Allgemeinen nur bekommt, wenn man einer der folgenden Berufsgruppen angehört: Psychologen, Pädagogen, Ergotherapeuten, Gesundheitspädagogen, Sozialpädagogen/Sozialarbeiter, Sozialwissenschaftler, Ärzte, Physiotherapeuten / Krankengymnasten, Sport- und Gymnastiklehrer, Gesundheitswissenschaftler, Sportwissenschaftler oder Heilpädagogen.

Angehörige anderer Berufsgruppen erkundigen sich besser vorher, was geht und was nicht geht. Es wird im Zweifel immer im Einzelfall entschieden. Fitnesstrainer können nach Absolvierung der entsprechenden Ausbildung durchaus sinnvoll Entspannungskurse anbieten, werden aber die Anerkennung der Krankenkassen nur nach Prüfung des Einzelfalles bekommen, also nicht in jedem Fall. Aber auch ohne diese Anerkennung sind Entspannungskurse eine gute Ergänzung des Angebotes eines Fitnesscenters oder einer vergleichbaren Einrichtung.

Durchführung von Entspannungskursen

Ziel der Ausbildung ist immer die Möglichkeit, Entspannungskurse oder auch Stressbewältigungskurse anzubieten und wirklich qualifiziert durchzuführen, sei es für Kinder oder Erwachsene, sei es für Gruppen oder Einzelpersonen. Dabei ist eine Vielzahl von Kontexten denkbar, in denen diese Kurse eingebettet sein können. Sehr sinnvoll ist dabei durchaus auch ein Angebot im Fitness- oder Wellnessbereich. Denn die Kunden kommen ja auch deshalb dorthin, um Abstand zum Alltagsstress zu gewinnen. Reines Fitnesstraining kann durchaus auch Stress auslösen, so dass es sinnvoll sein kann, den Umgang mit diesem Stress zu erlernen, genauso wie Möglichkeiten, sich zu entspannen, also Abstand zum Stress zu gewinnen. Fitnesstraining und Entspannungstraining ergänzen sich perfekt. Im Wellnessbereich integriert sich ein Entspannungsangebot sowieso nahtlos in jedes vorhandene Konzept.

Nicht vergessen sollte man, dass die Ausbildung nur der erste Schritt ist. Die praktische Erfahrung, die man mit der Durchführung der Kurse macht, sollte analysiert und zum Weiterlernen verwendet werden. Eine gelegentliche Supervision ist sehr sinnvoll. Ausbildungsinstitute, die auch diese Supervision, nach Ausbildungsende, anbieten, sollten bevorzugt in Betracht gezogen werden.

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